Hans Durrer: Herolds Rache

Ich habe etwas gebraucht, um mit diesem Buch warm zu werden. Herold ist auf Jobsuche, hat bei dieser aber nicht so recht Erfolg. Da er das Gefühl hat, seine Misserfolge liegen nur an den anderen und ohnehin sehe die Personalabteilung in so einem Bewerber nur eine Aufgabe, die es abzuarbeiten gilt und kein einzelnes Schicksal, beschließt er, sich zu rächen.

Die dahinterstehende Idee finde ich erst einmal gut. Es ist ja tatsächlich so, dass für den Bewerber bei so einem Vorstellungsgespräch mitunter viel davon abhängen kann, während die Personalabteilung einfach nur von einem zum anderen übergeht. Einen Vorwurf kann man dabei zwar niemanden machen, aber dass dies zu Frust seitens eines Bewerbers führen kann, ist erst einmal nachvollziehbar.

Die Geschichte hat aber einen sehr sachlichen Erzählstil. Sie springt oft von einem Ort zum anderen. Es finden einige Morde statt, die in Steueroasen an reichen Bankern verübt werden. Diese Morde sind zwar ein zentraler Punkt der Geschichte, jedoch ist der Leser nicht „live dabei“. Man erfährt immer erst hinterher, wenn es wieder zu einem Mord kam. Auch erfährt man als Leser nicht, wer hinter den Morden steckt. Also, auch wenn die Morde so zentral sind, sind sie – meiner Meinung nach – für einen Thriller nicht zentral genug.

Fazit
Bei „Herolds Rache“ handelt es sich um eine nette Geschichte, , die aber einen für meinen Geschmack zu sachlichen Erzählstil aufweist und die in Sachen Thriller noch ein bisschen ausbaufähiger ist.