Gina Blaxill: Wahre Freundschaft soll nicht wanken

Die beiden Protagonisten von „Wahre Freundschaft soll nicht wanken“ sind zwei Teenager – Sophie und Reece und das Buch ist abwechselnd aus Sicht dieser beiden geschrieben. Als ich festgestellt habe, dass hier zwei Jugendliche die Hauptrollen spielen, habe ich schon befürchtet, dass es sich um eines dieser völlig übertriebenen Jugendbücher handelt, die mit der Realität nicht mehr viel zutun haben. Erfreulicherweise war das nicht der Fall. Die Geschichte ist realistisch und die (meisten) Handlungen von Sophie und Reece sind nachvollziehbar.

Sophie’s Cousine, Dani, stirbt, indem sie vom Balkon ihrer Wohnung stürzt. Die Polizei und sämtliche anderen Leute gehen davon aus, dass es Selbstmord war. Die Tatsache, dass sie depressiv war und eigentlich unter Medikamenten stand, die sie aber nicht mehr genommen hat, spricht dafür. Sophie kann das allerdings nicht so richtig glauben, denn kurz zuvor ging es Dani noch gut und sie war gut gelaunt. Als Sophie einen USB-Stick von Dani mit Bildern findet, fällt ihr ein Foto auf, dass sie in ihrem Gefühl, dass es kein Selbstmord war, bestärkt. Sie geht zur Polizei, für die der Fall jedoch klar auf der Hand liegt. Gemeinsam mit ihrem besten Freund, Reece, geht sie der Sache dann selbst nach. Das alles sind für mich nachvollziehbare Umstände.

Das Besondere an Sophie’s Verhältnis zu ihrer Cousine war, dass sie ihre einzige richtige Verwandte war. Ihre Mutter sowie ihre Tante (Dani’s Mutter) kamen einige Jahre zuvor bei einem Unfall ums Leben und sie lebt in einer Pflegefamilie. Da Sophie also eine einfache Vergangenheit hinter sich hat, hat sie ohnehin große Probleme in Beziehungen zu anderen Menschen und der Tod einer ihr so nahestehenden Person macht ihr sehr zu schaffen.

Als Sophie und Reece also ihre eigenen Ermittlungen anstellen, merken sie schnell, dass sie da in eine Sache hineingerutscht sind, die eigentlich etwas zu groß für sie ist. Der ganze Umfang davon ist ihnen dennoch nicht klar und so nehmen sie alles auch nicht so ernst, wie es gut für sie gewesen wäre. Erst nach einem sehr deutlichen Warnschuss erkennen sie, dass sie es mit kriminellen Personen zutun haben, die so schnell vor nichts zurückschrecken. Reece, der daraufhin den Ernst der Lage erkennt, wird das Ganze zu gefährlich, Sophie jedoch lässt sich davon nicht abschrecken und bringt sich selbst und Reece dadurch in große Gefahr.

Etwa das letzte Drittel des Buches wird für mich dann doch etwas weniger nachvollziehbar. Allerdings ist der Verlauf der Geschichte passend, damit die Spannung erhalten bleibt und dieses Buch den Titel „Thriller“ auch verdient.

Sophie und Reece sind beides zwei sehr sympathische Teenager und durch die abwechselnden Erzählweisen bekommt man einen guten Einblick in die Gedanken von beiden. Besonders Sophie mit ihrer Vergangenheit und den daraus hervorgehen Vertrauensproblemen hat mir sehr leid getan. Aber auch Reece, der ihr durchweg einer toller bester Freund ist und der total verknallt in sie ist, hat mir einigen Stellen ganz schön leid getan, da Sophie hin und wieder doch sehr verletzend ihm gegenüber war.

Was mir gut gefallen hat, war die Wandlung, die Sophie im Buch durchmacht. Sie fängt ein bisschen an, in ihrem Inneren für Klarheit sorgen zu können und sich weiterzuentwickeln.

Das Ende ist etwas vorhersehbar, aber das finde ich nicht schlimm. Es passt gut zur Geschichte und ist ein schöner Abschluss.

Fazit

Eine Teenagergeschichte, die auch für Erwachsene geeignet ist. Ein angenehmer Schreibstil und ein aufbauender Spannungsbogen runden das Ganze schön ab.