Browsing Category

Politik

Die Getriebenen: Merkel und die Flüchtlingspolitik: Report aus dem Innern der Macht
Politik

Robin Alexander: Die Getriebenen – Merkel und die Flüchtlingspolitik – Report aus dem Innern der Macht

16. Dezember 2018

Buchinfos

Die Getriebenen: Merkel und die Flüchtlingspolitik: Report aus dem Innern der Macht

 

Titel: Die Getriebenen – Merkel und die Flüchtlingspolitik – Report aus dem Innern der Macht

Autor: Robin Alexander

Genre: Politik

Verlag: Siedler Verlag

Erschienen: 13. März 2017

Seitenanzahl: 288 Seiten

Preis: 9,99 € e-book / 19,99 € Gebundenes Buch / 12,00 € Broschiert / 12,99 € Hörbuch


Inhalt

Die Grenzöffnung für Flüchtlinge im Herbst 2015 hat das Land gespalten – die einen preisen Angela Merkels moralische Haltung, die andern geißeln die Preisgabe von Souveränität. Doch was als planvolles Handeln erscheint, ist in Wahrheit eine Politik des Durchwurstelns, des Taktierens und Lavierens, befeuert von hehren Idealen und Opportunismus. Robin Alexander zeigt, dass die politischen Akteure Getriebene sind, zerrieben zwischen selbst auferlegten Zwängen und den sich überschlagenden Ereignissen.

Robin Alexander blickt als Korrespondent der »Welt am Sonntag« seit Jahren hinter die Kulissen des Kanzleramtes – in seinem Buch, das auf Recherchen in Berlin, Brüssel, Wien, Budapest und der Türkei basiert, rekonstruiert er minutiös die Schlüsselentscheidungen von sechs Schicksalsmonaten – und erzählt am Beispiel des wohl dramatischsten Kapitels der jüngeren deutschen Geschichte davon, wie heute Politik gemacht wird.


Meine Meinung

Dieses Buch hat mein Interesse geweckt, weil man ja eine doch eher oberflächliche Berichterstattung mitbekommen hat zum Thema “Flüchtlingspolitik”. Die Fakten zu den Hintergründen wurden nicht wirklich öffentlich gemacht – oder gingen zumindest an mir vorbei. Ich finde es immer schwierig, sich eine angemessene Meinung zu bilden, wenn man ein Thema nicht aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Die ganze Flüchtlingssache polarisiert an sich ja schon sehr stark und beide Seiten wollen nichts von der jeweils anderen wissen.

“Die Getriebenen” bietet einen Einblick hinter die Kulissen und lässt einen nur erahnen, wie stressig und anstrengend die Zeit im Sommer 2015 für die Politiker gewesen sein muss.

Robin Alexander hat dabei einen solchen Schreibstil, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Es gelingt ihm sehr gut, hierbei ein wertungsfreies Bild zu konstruieren. Es bleibt dem Leser überlassen, die entsprechenden Wertungen selbst vorzunehmen.


 

Gesellschaft Politik

Michael Felten: Die Inklusionsfalle – Wie eine gut gemeinte Idee unser Bildungssystem ruiniert

8. Dezember 2018

Buchinfos

Titel: Die Inklusionsfalle – Wie eine gut gemeinte Idee unser Bildungssystem ruiniert

Autor: Michael Felten

Genre: Gesellschaft/Politik

Verlag: Gütersloher Verlagshaus

Erschienen: 27. Februar 2017

Seitenanzahl: 176 Seiten

Preis: 13,99 € e-book / 17,99 € Gebundene Ausgabe


Inhalt

»Lasst uns offen reden über Inklusion. Was daran sinnvoll ist und was nicht.«
(Michael Felten)

So geht es nicht! Michael Felten bezieht eindeutig Position. Er ist kein Gegner schulischer Inklusion. Aber er wagt auszusprechen, was viele ahnen und nicht wenige bitter erleben: So, wie es läuft, läuft es falsch. Felten beschreibt die Wirklichkeit einer ebenso übereilten wie unterfinanzierten Inklusionseuphorie. Und er deckt Hintergründe auf: Missverständnisse, Fehldeutungen – vor allem aber eine Fülle kindeswohlferner Motive. Gleichzeitig macht er deutlich: Inklusion ist eine Chance, wenn man bereit ist, ehrlich zu sein.

Inklusion – das läuft falsch
Ein radikales Bildungsexperiment auf dem Prüfstand
Klare Worte in einer tabubehafteten Debatte
Warum eine gut gemeinte Idee zu scheitern droht


Meine Meinung

Michael Felten zeigt in diesem Buch so einige Missstände in der schulischen Inklusionspolitik auf. So bekommt durch dieses Buch den Eindruck, dass die Inklusion einen weitaus höheren Stellwert hat als die Bildung. Er führt einige Beispiele an, bei denen ich das Gefühl bekommen habe, dass die Verantwortlichen einfach komplett keinen Plan davon haben, wie sich so etwas im Alltag tatsächlich umsetzen lässt.

Ich selbst halte es grundsätzlich schon für wichtig, dass behinderte und nicht behinderte Kinder in gemeinsamen Kontakt kommen, damit einfach Vorurteile und Hemmungen abgebaut werden können, bzw. gar nicht erst entstehen. Ich halte es aber für einen völlig falschen Ansatz, dass Kinder, die eine wirklich intensive Lernbetreuung benötigen – und selbst dann einfach nicht die selben Leistungen wie ein Realschüler aufbringen können – in eine normale Realschulklasse verfrachtet werden.

Meiner Meinung nach sollte hier auch mehr Aufklärung bei den Eltern betrieben werden sollte. Wie dem Buch zu entnehmen ist, sind es oft auch die Eltern, die unbedingt darauf pochen, dass ihr Kind in einer solchen Klasse unterrichtet wird, obwohl eigentlich von Anfang an klar ist, dass diese Kinder in anderen Klasse besser aufgehoben wäre. An dieser Stelle wird dann niemand ein Gefallen getan, nicht den Lehrern – die sich sicherlich mit solchen Situationen teilweise auch einfach überfordert fühlen, nicht dem eigenen Kind – das mit den anderen Schülern einfach nicht mithalten kann und den anderen Schülern auch nicht, denn sie können nicht in dem Tempo lernen, in dem es ihnen eigentlich möglich wäre. Somit gibt es nur Verlierer.

Jedoch sollte man dies auch nicht zu pauschal sehen, denn Behinderung ist ja nicht gleich Behinderung.

Früher galt es schon beinahe als Beleidigung, wenn ein Kind zur „Sonderschule“ ging. Ich könnte mir vorstellen, dass dies mit eine Grundlage der Inklusionsidee war. Statt Kinder aber zu über- und zu unterfordern, sollte lieber Aufklärung betrieben und andere Ansätze gesucht werden. Gemeinsame Schulprojekte oder gemeinsame Ausflüge zum Beispiel.


 

Der tiefe Staat
Politik

Jürgen Roth: Der tiefe Staat – Die Unterwanderung der Demokratie durch Geheimdienste, politische Komplizen und den rechten Mob

8. Dezember 2018

Buchinfos

Der tiefe Staat

Titel: Der tiefe Staat – Die Unterwanderung der Demokratie durch Geheimdienste, politische Komplizen und den rechten Mob

Autor: Jürgen Roth

Genre: Politik

Verlag: Heyne Verlag

Erschienen: 25. Januar 2016

Seitenanzahl: 368 Seiten

Preis: 15,99 € e-book / 19,99 € Gebundene Ausgabe


Inhalt

Wo dubiose Absprachen und schattenhafte Institutionen beginnen, endet unsere Demokratie

Gibt es einen Staat im Staat? Verborgene Strukturen, die ihre eigenen Ziele verfolgen? Die jüngsten Erkenntnisse im NSU-Prozess lassen ein geheimes Geflecht rechtsextremer Verbindungen erahnen, das die staatlichen Institutionen durchzieht. Welche Rolle spielen dabei die bundesdeutschen Geheimdienste? Herrscht eine stille Komplizenschaft zwischen antidemokratischen Gruppen und öffentlichen Behörden? Es sind solche Entwicklungen, aus denen der zunehmende Vertrauensverlust der Bürger in eine staatliche Politik resultiert, deren Motive und deren Handeln immer intransparenter werden.

Bestsellerautor Jürgen Roth deckt diese verborgenen Netzwerke auf: einen »tiefen Staat«, in dem Geheimdienstagenten, Politiker und Kriminelle zusammenwirken. Sie agieren außerhalb jeglicher Legalität und sind für keine parlamentarische Kontrolle zu fassen – schattenhafte Strukturen, die ans Licht gebracht werden müssen.


Meine Meinung

Der Titel des Buches hat mich sehr neugierig gemacht, insbesondere die Andeutung, unser Staat wäre durch den rechten Mob unterwandert. Dies klang für mich doch sehr widersprüchlich zur aktuellen Situation in Deutschland. Ausgehend vom Titel des Buches habe ich, wenn ich ehrlich bin, ein Buch mit linken Verschwörungstheorien erwartet. Beim Lesen hat sich diese Meinung dann aber doch geändert.

Das Buch macht einen gut recherchierten Eindruck und hat eine umfassende Quellenangabe. Es vermittelt Eindrücke in das politische Leben, das mitunter sonst doch sehr undurchsichtig zu sein scheint.

Es werden viele Merkwürdigkeiten aufgezeigt und es wird auf viele Ungereimtheiten eingegangen. Dieses Buch hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Es werden einige Verbindungen aus der NS-Zeit, die noch bis heute reichen, beschrieben, die man so sicherlich nicht vermutet hätte.

Auch auf die Arbeit der Justiz wird eingegangen und es werden einige Missstände in diesem Bereich hinsichtlich der rechten Ecke aufgezeigt, die ebenfalls zum Nachdenken anregen.

Ein großer Teil des Buches (etwa 100 Seiten) befasst sich mit dem Thema NSU, das ja noch immer sehr aktuell ist. Auch hier wird Bezug auf Missstände in den Ermittlungen genommen. Anhand einiger Beispiele erfährt der Leser, dass es bei der Aufklärung der Mordserie doch noch viele offene Fragen gibt, die offenbar von der Justiz und/oder Regierung nicht korrekt beantwortet werden sollen.


 

Wolfgang Gründinger - Alte Säcke Politik
Politik

Wolfgang Gründiger: Alte-Säcke-Politik – Wie wir unsere Zukunft verspielen

8. Dezember 2018

Buchinfos

Titel: Alte-Säcke-Politik: Wie wir unsere Zukunft verspielen

Autor: Wolfgang Gründinger

Genre: Politik

Verlag: Gütersloher Verlagshaus

Erschienen: 24. Mai 2016

Seitenanzahl: 224 Seiten

Preis: 13,99 € e-book / 17,99 € Gebundene Ausgabe


Inhalt

Erfrischende Visionen für ein eingeschlafenes Land

Noch geht es uns gut in Deutschland. Doch Politiker und Manager verschlafen die Megatrends unserer Zeit und setzen unseren Wohlstand aufs Spiel. Der demografische Wandel, die digitale Revolution und die ökologische Zerstörung des Planeten werden von der Elite unseres Landes in Sonntagsreden wortreich abgehandelt, doch wirkungsvolle Taten sucht man vergebens. Die Politik verwaltet die Gegenwart, anstatt die Zukunft zu gestalten.

»Weil Zukunft eine Lobby braucht«, streitet Wolfgang Gründinger unnachgiebig für ein Umdenken: Nur wenn wir radikal umsteuern, können wir Kindern und Enkeln unser Land ein wenig besser hinterlassen.

Scharfzüngige Streitschrift gegen Stillstand und Klientelpolitik
Vorschläge, wie die unterschiedlichen Werte und Prioritäten von Alt und Jung in Einklang gebracht werden können
Ein engagiertes Buch gegen die »Merkelisierung« unseres Landes.


Meine Meinung

Im ersten Moment könnte man meinen, der Autor möchte die junge gegen die alte Generation „aufhetzen“. Besonders die im Titel enthaltene Bezeichnung „Alte Säcke“ klingt bereits sehr provokant. Beim Lesen stellt man aber schnell fest, dass dieser erste Eindruck täuscht. Der Blick wird viel eher auf die Dinge gerichtet, bei denen wir hier in Deutschland teilweise doch sehr erheblich hinterhinken.

Unsere Gesellschaft wird immer älter und überall ist vom demografischen Wandel die Rede. Man könnte leicht den Eindruck bekommen, dass Politik fast nur noch für Menschen ab 40-50 Jahre aufwärts gemacht wird. Und wenn man sich unseren Bundestag mal ansieht… Dem würde eine Verjüngungskur doch wirklich nicht schaden. Klar, man muss sich erst einmal nach oben arbeiten und eine gewisse Lebenserfahrung ist selbstverständlich als führender Politik auch sehr wichtig. Es ist aber doch auch so, dass man mit zunehmenden Alter doch immer weniger offen für Neuerungen wird. Und gerade Neuerungen sind es doch, die wir hier dringend brauchen würden. Ein bisschen frischer politischer Wind würde unserem Land sicher sehr gut tun. Jemand, der sich gut in die Wünsche und Bedürfnisse junger Menschen hineinversetzen kann. Jemand, der sich nicht dafür einsetzt, dass die Renten fair bleiben, sondern vor allem dafür, dass junge Menschen überhaupt erst einmal in der Lage sind, auch etwas für ihre Rente zutun.

Anstatt den Bürgern eine jährliche Steuerentlastung von 170,00 € in Aussicht zu stellen (lächerlich!), sollten diese jährlichen 170,00 € doch lieber in eine Schulreform gesteckt werden. Da fängt unsere Zukunft an und wie könnten wir unser Geld besser investieren, als in unsere Kinder!?

Gründinger spricht in diesem Buch so einige Themen an und regt sehr zum Nachdenken an. Nicht alle seine Überlegungen kann ich teilen, aber er thematisiert viele gute Ansätze und ruft die Jugend dazu auf, aktiv zu werden und nicht nur zuzusehen. Einer alleine natürlich nicht die Welt verändern. Einer alleine kann aber den Anfang dazu machen, dass eine Bewegung entsteht, die etwas erreicht.