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Gesellschaft

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Alexandra Götze: Ich liebe meinen Job

7. April 2019

Ich habe hier eigentlich zunächst eine Art Sachbuch erwartet. Das Buch ist aber in Form einer unterhaltsamen Geschichte verfasst. In dem Hauptcharakter, Beatrice, kann sich wahrscheinlich jeder, der schon längere Zeit im gleichen Unternehmen arbeitet, mehr oder weniger wiederfinden.

Der Leser wird mitgenommen auf eine Reise durch Beatrice‘ Büroalltag. Sie ist von einigem genervt. Wie es aber meist üblich ist, geht sie davon aus, dass die Ursachen für die Dinge, die sie als Problem empfindet, natürlich nicht bei ihr selbst liegen. Während sie ihr Job-Tagebuch verfasst, fängt sie dann aber doch an, sich zu fragen, ob sie nicht doch bestehende Muster durchbrechen und anders an Dinge herangehen sollte.

Beim Lesen erkennt man sich selbst doch in der ein oder anderen Situation ganz gut wieder. Man wird daran erinnert, einfach mal den Blickwinkel zu ändern und mögliche Probleme aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Vor allem zeigt das Buch, dass man die Schuld nicht immer den anderen zuschieben sollte, sondern auch mal das eigene Verhalten und die eigene Einstellung zu reflektieren.

Gesellschaft Politik

Michael Felten: Die Inklusionsfalle – Wie eine gut gemeinte Idee unser Bildungssystem ruiniert

8. Dezember 2018

Buchinfos

Titel: Die Inklusionsfalle – Wie eine gut gemeinte Idee unser Bildungssystem ruiniert

Autor: Michael Felten

Genre: Gesellschaft/Politik

Verlag: Gütersloher Verlagshaus

Erschienen: 27. Februar 2017

Seitenanzahl: 176 Seiten

Preis: 13,99 € e-book / 17,99 € Gebundene Ausgabe


Inhalt

»Lasst uns offen reden über Inklusion. Was daran sinnvoll ist und was nicht.«
(Michael Felten)

So geht es nicht! Michael Felten bezieht eindeutig Position. Er ist kein Gegner schulischer Inklusion. Aber er wagt auszusprechen, was viele ahnen und nicht wenige bitter erleben: So, wie es läuft, läuft es falsch. Felten beschreibt die Wirklichkeit einer ebenso übereilten wie unterfinanzierten Inklusionseuphorie. Und er deckt Hintergründe auf: Missverständnisse, Fehldeutungen – vor allem aber eine Fülle kindeswohlferner Motive. Gleichzeitig macht er deutlich: Inklusion ist eine Chance, wenn man bereit ist, ehrlich zu sein.

Inklusion – das läuft falsch
Ein radikales Bildungsexperiment auf dem Prüfstand
Klare Worte in einer tabubehafteten Debatte
Warum eine gut gemeinte Idee zu scheitern droht


Meine Meinung

Michael Felten zeigt in diesem Buch so einige Missstände in der schulischen Inklusionspolitik auf. So bekommt durch dieses Buch den Eindruck, dass die Inklusion einen weitaus höheren Stellwert hat als die Bildung. Er führt einige Beispiele an, bei denen ich das Gefühl bekommen habe, dass die Verantwortlichen einfach komplett keinen Plan davon haben, wie sich so etwas im Alltag tatsächlich umsetzen lässt.

Ich selbst halte es grundsätzlich schon für wichtig, dass behinderte und nicht behinderte Kinder in gemeinsamen Kontakt kommen, damit einfach Vorurteile und Hemmungen abgebaut werden können, bzw. gar nicht erst entstehen. Ich halte es aber für einen völlig falschen Ansatz, dass Kinder, die eine wirklich intensive Lernbetreuung benötigen – und selbst dann einfach nicht die selben Leistungen wie ein Realschüler aufbringen können – in eine normale Realschulklasse verfrachtet werden.

Meiner Meinung nach sollte hier auch mehr Aufklärung bei den Eltern betrieben werden sollte. Wie dem Buch zu entnehmen ist, sind es oft auch die Eltern, die unbedingt darauf pochen, dass ihr Kind in einer solchen Klasse unterrichtet wird, obwohl eigentlich von Anfang an klar ist, dass diese Kinder in anderen Klasse besser aufgehoben wäre. An dieser Stelle wird dann niemand ein Gefallen getan, nicht den Lehrern – die sich sicherlich mit solchen Situationen teilweise auch einfach überfordert fühlen, nicht dem eigenen Kind – das mit den anderen Schülern einfach nicht mithalten kann und den anderen Schülern auch nicht, denn sie können nicht in dem Tempo lernen, in dem es ihnen eigentlich möglich wäre. Somit gibt es nur Verlierer.

Jedoch sollte man dies auch nicht zu pauschal sehen, denn Behinderung ist ja nicht gleich Behinderung.

Früher galt es schon beinahe als Beleidigung, wenn ein Kind zur „Sonderschule“ ging. Ich könnte mir vorstellen, dass dies mit eine Grundlage der Inklusionsidee war. Statt Kinder aber zu über- und zu unterfordern, sollte lieber Aufklärung betrieben und andere Ansätze gesucht werden. Gemeinsame Schulprojekte oder gemeinsame Ausflüge zum Beispiel.


 

Anklage Sterbehilfe
Gesellschaft

Martina Rosenberg: Anklage Sterbehilfe – Machen unsere Gesetze Angehörige zu Straftätern?

8. Dezember 2018

Buchinfos

Anklage Sterbehilfe

Titel: Anklage Sterbehilfe – Machen unsere Gesetze Angehörige zu Straftätern?

Autor: Martina Rosenberg

Genre: Sterbebegleitung & Sterbehilfe

Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag

Erschienen: 15. August 2016

Seitenanzahl: 240 Seiten

Preis: 8,99 € e-book / 19,99 € Gebundene Ausgabe / 9,99 € Taschenbuch


Inhalt

Leben um jeden Preis?

Juni 2012. Das Gericht verurteilt einen 26-jährigen Mann zu drei Jahren Gefängnis. Er tötete seine Mutter, die seit sieben Jahren im Wachkoma in einem Pflegeheim lag. Ein Drama, das so nicht hätte passieren dürfen. Im Stich gelassen von Gesellschaft und Politik, traf der Sohn eine unwiderrufliche Entscheidung. Wie konnte es dazu kommen? Martina Rosenberg erzählt die authentische Geschichte eines Sohnes, der dem Leiden seiner Mutter nicht mehr tatenlos zusehen konnte – und sie stellt die Frage: Wollen wir in einer Gesellschaft leben, die mitfühlende Angehörige zu Straftätern macht?


Meine Meinung

Sterbehilfe ist ein empfindliches Thema, mit dem man sich nicht gerne beschäftigt. So unangenehm dieses Thema aber auch sein mag, dieses Buch macht deutlich, wie wichtig es für JEDEN ist, sich damit einmal ernsthaft auseinander zu setzen.

Das Buch handelt von Jan, der seine Mutter von ihrem Leiden erlösen wollte und dafür drei Jahre im Gefängnis verbringen musste. Es geht hier nicht um die harten Fakten, sondern um Schicksale am Beispiele einer Familie. Jan’s Mutter war eine aktive Frau, deren Leben von einem Moment auf den anderen vorbei war, was niemand hat kommen sehen. Dieses Schicksal zeigt ganz klar, dass man keine langjährige Krankheit haben, um zu einem Pflegefall zu werden; es kann uns alle treffen – jederzeit!

Solche Schicksalsschläge zerstören nicht nur das Leben einer einzelnen Person, sondern ebenfalls das Leben der Familie. Jan’s Mutter hat sich nie ernsthaft mit dem Fall der Fälle beschäftigt, hätte sie dies getan, wäre Jan sicher niemals im Gefängnis gelandet und auch hinsichtlich ihres Mannes wären viele Probleme gar nicht erst erstanden.