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Familienroman

Biographien Familienroman

⌈Rezension⌋ Jessica Guaia: Wie ich in einer schwäbischen Trattoria aufwuchs und trotzdem überlebte

8. Oktober 2019

Buchinfos

Titel: Wie ich in einer schwäbischen Trattoria aufwuchs und trotzdem überlebte

Autorin: Jessica Guaia

Genre: Biographischer Roman

Verlag: Penguin Verlag

Erschienen: 13. Februar 2017

Seitenanzahl: 240 Seiten

Preis: 9,99 € e-book ¦ 12,00 € Taschenbuch

Inhalt

Schwäbisch Gmünd, 1987. In der Trattoria »Zum Krug« rufen die Gäste nach Weizenbier und Calzone. Tiziana, die Wirtin, ist im siebten Monat schwanger. Da passiert es: Papa Renzo kann gerade noch eine Tischdecke unter seine Frau schieben, und schon ist Jessica auf der Welt.

Kaum geboren, gehört sie zur Einrichtung, und eine Zufallsgemeinschaft aus gemütlich-dicken Hausfrauen, Thekenleichen und warmherzigen Ami-Nutten wird ihre große Familie. Sie alle sind dabei, als Jessica laufen lernt, den ersten Kuss bekommt, wie sie Pesto mit Sahne kocht, so wie es die Deutschen mögen – und wie sie immer wieder darüber staunt, welch irrwitzige Wendungen das Glück im Leben so nimmt.

Meine Meinung

Ich habe ziemlich lange gebraucht, um überhaupt richtig in das Buch hineinzukommen. Die Sätze sind meist recht kurz gehalten, woraus teilweise ein ziemlich chaotischer Lesefluss entsteht.

Außerdem sind viele Situationen doch ganz schön übertrieben dargestellt, bzw. sie wirken auf mich als sollten sie eigentlich lustig sein, was sie aber gar nicht sind. Ok, Humor ist verschieden – meinen trifft es aber nicht.

Von den einzelnen Charakteren bekommt man ein ganz gutes Bild, aber auch hier ist es überall einfach eine Nummer zu viel.

Melanie-Levensohn-Zwischen-uns-ein-ganzes-Leben
Familienroman

Melanie Levensohn: Zwischen uns ein ganzes Leben

24. Dezember 2018

Buchinfos

Melanie-Levensohn-Zwischen-uns-ein-ganzes-Leben

 

Titel: Zwischen uns ein ganzes Leben

Autor: Melanie Levensohn

Genre: Familienroman

Verlag: FISCHER Taschenbuch

Erschienen: 22. August 2018

Seitenanzahl: 416 Seiten

Preis: 14,99 € e-book / 16,99 € Broschiert / 12,99 € Hörbuch


Inhalt

Drei Frauen – getrennt durch ein halbes Jahrhundert, verbunden durch ein Versprechen

Paris, 1940: Für die jüdische Studentin Judith wird es unter der deutschen Besatzung immer gefährlicher. Zusammen mit ihrer großen Liebe Christian, Sohn eines Bankiers, plant sie heimlich die Flucht. Doch plötzlich ist sie spurlos verschwunden.

Mehr als fünfzig Jahre später in Washington: Auf Jacobina lastet ein Versprechen, das sie ihrem Vater gegeben, aber ihr Leben lang nicht eingelöst hat. Sie soll ihre unbekannte Halbschwester Judith finden. Jetzt bleibt ihr nicht mehr viel Zeit. Da trifft sie auf die junge Französin Béatrice. Die beiden Frauen freunden sich an. Gemeinsam machen sie sich auf eine Suche, die sie weiter führt, als sie je erwartet hätten …


Meine Meinung

Ich mag besondere Geschichten. Und genau das ist „Zwischen uns ein ganzes Leben“! Es geht um ein Versprechen, das Jacobina ihrem Vater am Sterbebett gegeben hat sowie um die Freundschaft zwischen Jacobina und Beatrice. Beatrice hilft Jacobina dabei, das Versprechen einzulösen. Ohne das es ihr zunächst bewusst ist, begibt sie sich dabei aber auch auf eine Suche nach sich selbst und findet endlich ihren Platz im Leben.

Das besagte Versprechen dreht sich darum, dass Jacobina noch eine Halbschwester – eine Jüdin – hat, die damals in Zeiten des zweiten Weltkrieges verschwunden ist. Jacobina selbst ist aufgrund ihres Alters nicht mehr in der Lage dazu, aktiv nach ihrer Halbschwester Judith zu suchen. Die Suche wird daher von Beatrice übernommen, die wirklich alle Heben in Bewegung setzt, um ihrer Freundin eine Hilfe zu sein.

Das Buch ist so geschrieben, dass immer wieder Rückblenden zu damals erscheinen, die von Judith’s Leben erzählen. So baut der Leser nicht nur zu Beatrice und Jacobina eine Beziehung auf, sondern auch zu Judith.

Der Schreibstil ist sehr einladend und fesselnd. Emotional geschrieben, aber nicht übertrieben. Es ist ein Buch, das man nicht aus der Hand legen kann, bei dem man es aber auch einfach bedauert, wenn man es durch gelesen hat.

Die Charaktere könnten unterschiedlicher kaum sein, sowohl was ihre Art betrifft, als auch ihre Lebenswege. Und trotz aller Unterschiede sind die doch irgendwie durch das Schicksal miteinander verbunden. Selbst Beatrice, die ja als eigentlich Außenstehende eher eine Randfigur spielt, was die Familiengeschichte angeht. Obwohl „Randfigur“ es wahrscheinlich gar nicht wirklich trifft, denn sie gehört ja nicht zur Familie.

Das Buch ist auf jeden Fall durchweg spannend. Das Ende hat mich irgendwie überrascht. Zuerst dachte ich „oh mein Gott, das ist jetzt aber doch eine Nummer zu viel“. Nach einem Moment des Nachdenkens musste ich mich hier aber wieder korrigieren. Denn auch wenn das Ende auf den ersten Blick ein bisschen zu abwegig erscheint denke ich, dass das Leben doch genau so ist. Es liegen Chancen vor uns, die wir aus den verschiedensten Gründen übersehen und erst bemerken, was wir hätten haben können, wenn es zu spät ist. Im Leben geht es so oft um verpasste Gelegenheiten, dass das Ende des Buches der Realität in vielen Dingen doch schon sehr nah kommt.